12.5 Fragen an Barbara Friedrich
Exklusive Einblicke zu Ihrer Karriere, Liebe zum Design und der ersten Begegnung mit next125.
Im Designtalk spricht Barbara Friedrich mit den next125 ChefdesignernThomas Pfister und Alexander Röhring über Design und Funktion in der Küche. Doch was zeichnet die renommierte Designjournalistin selbst aus? Erfahren Sie in 12.5 Fragen, was sie antreibt, inspiriert und welche Ratschläge sie hat.
#1 Wer sind Sie?
„Mein Name ist Barbara Friedrich. Ich bin freiberufliche Designjournalistin und Moderatorin und freue mich, heute hier zu sein.“
#2 Was machen Sie beruflich?
„Ich habe mich in den 1980er Jahren auf Design spezialisiert, als ich die italienische Designbewegung „Memphis“ journalistisch begleitete, die die Regeln des pur-funktionalen Designs das „form follows function“ hinterfragte und ablehnte – und „form follows emotion“ oder „form follows fantasy“ propagierte und in die Gestaltung von Möbeln und Accessoires einfließen ließ.
Und bin dann in dieser Thematik als Journalistin weitergewachsen – war bei diversen Wohnzeitschriften leitend tätig, bis ich Chefredakteurin des renommierten Hamburger Wohnmagazins „Architektur&Wohnen“ wurde – und das gute 18 Jahre lang blieb.
Ab 2016 habe ich mich als Journalistin selbstständig gemacht. Ich schreibe unter anderem eine Kolumne über Design-Ikonen, habe Videos auf YouTube über die Geschichte von Designklassikern produziert und moderiere Architektur- und Designtalks auf Messen und Branchen-Events.“
#3 Was ist der Kern Ihrer Arbeit als Designjournalistin?
„Ich bin keine studierte Designerin, sondern habe mich seit den frühen 1980er Jahren mit der Thematik Design, d.h. Gestaltung, intensiv beschäftigt und mir da entsprechendes Wissen für meine Berufstätigkeit angeeignet.“
#4 Was hat Sie inspiriert?
„Meine Faszination für Design fing damit an, dass ich 1984 zum ersten Mal in Mailand auf die internationale Möbelmesse "Il Salone" ging. Ich war damals als Redakteurin bei der Wohnzeitschrift „Ambiente“ im Münchner Burda Verlag angestellt und bekam den Auftrag, mich dort mal umzusehen, was es mit dieser „Memphis“-Bewegung auf sich hat. Was da passierte, war für die damalige Zeit revolutionär. Es gab ausgehend von namhaften italienischen Architekten wie zum Beispiel Ettore Sottsass eine Reihe, auch internationale Gestalter, die die „Funktion“ zur Nebensache erklärten. Das war ein Umbruch und eine wilde, aufregende Zeit!“
#5 Wann ist das Thema Design bei Ihnen zuhause angekommen?
„Als Kind wollte ich ursprünglich entweder Apothekerin werden, wie Freunde meiner Eltern, die ziemlich vermögend waren – oder Innenarchitektin. Ich habe mein Zimmer schon früh selbst dekoriert und oft umgeräumt. Ich bin dann aber weder das eine noch das andere geworden, sondern Journalistin. Nicht zuletzt, weil ich im Gymnasium eine Schülerzeitung machte. Beobachten, Analysieren, über Menschen, Geschehnisse, Dinge und Phänomene schreiben – das fand und finde ich spannender.“
#6 Was treibt Sie in Ihrer Arbeit an?
„Mein Beweggrund als Journalistin ist generell Berichterstattung und Wissensvermittlung. Als Wohn- und Designjournalistin, die Menschen für gute Gestaltung zu begeistern, für schöne Dinge, für schöneres Wohnen. Denn um sich ein angenehmes Wohnen zu schaffen, braucht es Anregungen.
Es ist nicht so, dass ich mir irgendwann mal vorgenommen hätte, ich möchte Chefredakteurin werden. Nein, es war eher "Learning by Doing". Die Thematik war so interessant und hat so viel Freude gemacht, dass ich da einfach Schritt für Schritt weiter ging. Frei nach Laotse: Der Weg ist das Ziel.“
#7 Was braucht ein gutes Design?
„Für mich ist letztlich eines der wesentlichsten Dinge für „gutes Design“, dass es funktioniert. Das Produkt kann noch so schick und smart und weiß Gott was sein, wenn es nicht funktioniert, dann ist es Mist. Was nicht heißt, dass „gutes Design“ nicht attraktiv sein darf – und soll. Für mich gehört zu guter Gestaltung, dass die Designer – und natürlich die Hersteller – sich überlegen, wie der Benutzer möglichst viel Freude damit hat. In einem Satz gesagt: Gutes Design muss dem Benutzer dienen. Und zwar sowohl funktional als auch emotional. Das ist für mich ganz wichtig.“
#8 Was würden Sie bei der Einrichtung eines Raumes immer berücksichtigen?
“Also es fängt schon damit an, dass es vom Raum abhängt. Und natürlich sollte man immer sich selbst befragen: Was möchte ich denn gerne, was brauche ich?
Wenn ich gerne koche, dann möchte ich natürlich auch den Raum, indem ich koche, möglichst so ausgestattet haben, dass er mir dient. Dann brauche ich eine mir entsprechende Küchengestaltung mit Gerätschaften wie Herd und Backofen, einen ordentlich funktionierenden Kühlschrank und natürlich Stauraum.“
#9 Wann sind Sie zum ersten Mal auf next125 aufmerksam geworden?
„Wann zum ersten Mal kann ich Ihnen nicht genau sagen, aber natürlich in meiner Eigenschaft als Chefredakteurin. Und zwar durch diese aufmerksamkeitserregende Werbung, die Sie so in den 2010er Jahren als Anzeigenmotive veröffentlicht haben. Da wanderten lebendige Tiere durch die schicken Küchen, wo ich damals dachte: Mann, das ist aber mutig. Das polarisiert doch total! Kaninchen, Hühner und Lämmer, die da rumliefen, enden ja normalerweise im Backofen. Dass eine Küchenmarke sich so darstellt, das fand ich extrem mutig – und ist mir bis heute im Kopf geblieben. Und das ist ja Sinn und Zweck von Werbung, Menschen zu erreichen, zu begeistern, anzuregen – auch zum Nachdenken …
Kürzlich bin ich erstmals in der Produktion des Schüller Möbelwerks im fränkischen Herrieden gewesen. Das war absolut faszinierend, wie präzise, mit modernster Technologie und Logistik hier Qualitätsmöbel quasi am Fließband entstehen und um die 760 Küchen pro Tag ausgeliefert werden. Beeindruckend!“
#10 Was fasziniert Sie an next125?
„Was mich speziell an der Marke „next125“ begeistert ist, dass sie in der Darstellung nahbarer ist als sogenannte „Architektenküchen". Bei einem bestimmten Anzeigenmotiv, ich nenne jetzt keine Marke, da stand die Küche wie ein Monument im Raum. Ich konnte mir gar nicht vorstellen, dass darin wirklich gekocht wird. Das ist bei next125 doch anders, da hat man das Gefühl: ja, da wird gekocht. Das ist nahbar und authentisch. Und dann diese Haptik der Fronten, diese Durchdachtheit bei den Griffen, einfach schön!“
#11 Wie empfehlen Sie Wohnanfängern, sich zu informieren?
„Auf jeden Fall Anregungen in Zeitschriften holen, die sich mit Wohnen, Design und Dekoration beschäftigen. Natürlich kann man sich auch im Internet informieren.“
#12 Ihre 3 Tipps für die Einrichtung einer neuen Wohnung
„Hinterfrag dich selbst, was du möchtest, dann such dir aus, was dir gefällt und pass auf, dass es nicht zu viel wird. Jeder und jede sollte erstmal für sich beantworten, was ihm wichtig ist. Lieber viel Stauraum und Gerätschaften oder mehr Freiraum. Es gibt Menschen, die haben den "horror vacui", können Leere nicht ertragen. Für die ist Deko wichtig und ein gewisser Minimalismus eher nicht. Aber es gibt auch Menschen wie mich, die sagen: Um Gottes Willen, alles viel zu viel um mich herum, das macht mich unfrei. Die leben lieber im „Weniger ist Mehr“.“
#12,5 Was darf in einer Küche auf gar keinen Fall fehlen?
Jetzt kommt wahrscheinlich eine Aussage, die normalerweise nur Männer treffen. Aber ich finde, in einer Küche muss es gute Messer geben.
Barbara Friedrich spricht anlässlich des 25-jährigen Jubiläums von next125 mit den Chefdesignern Thomas Pfister und Alexander Röhring über Design und Funktion in der Küche. Hier erhalten Sie Einblicke in die Entstehung der Marke und die Geschichte von next125.