Top 5 Finds in der Provence

Was man auf einem Streifzug durch die Region gegessen und gesehen haben sollte

Wir werfen einen Blick jenseits der Lavendelfelder und stellen unsere Entdeckungen im Luberon-Tal vor, die unsere vordersten 5 Plätze belegen. Fangen wir einfach in beliebiger Reihenfolge an …

Sonnenuntergang in Saint-Saturnin-lès-Apt

In der Provence ist jeder Sonnenuntergang spektakulär – aber ein Ort hat doch den Vogel abgeschossen. Von der Schlossruine auf dem Gipfel oberhalb von Saint-Saturnin-lès-Apt aus – unserer Homebase während unseres einwöchigen Aufenthalts in der Provence – hat man einen fantastischen Rundumblick auf das Luberon-Tal. Wenn man das atemberaubende Finale eines typischen Tages in der Provence erleben möchte, bei dem Lavendel in Sonnenstrahlgelb mit fuchsiafarbenen Verwirbelungen und abschließend in ein tiefes Rauchblau übergeht, ist man hier oben genau richtig.


Am besten wandert man vor Sonnenuntergang (es gibt einen ausgeschilderten Weg, der vom Zentrum der Ortschaft zum Schloss hinaufführt) auf den Berg und packt ein Picknick ein: Rotwein (niemand trinkt gerne ungekühlten Weißwein oder Rosé, und im Gegensatz zur landläufigen Meinung gibt es durchaus trinkenswerte rote Varianten aus der Gegend wie den Lea Malbec’s TK, Wurst, Ziegenkäse, Tomaten (die haben uns überallhin begleitet) und Olivenbrot.

Tomaten

Wenn man im Spätsommer in der Provence ist, wird man förmlich erschlagen von der unfassbaren Tomatenvielfalt, wobei die meisten Sorten so süß sind, dass einem plötzlich einleuchtet, warum Tomaten streng genommen zu den Früchten gezählt werden. Wie genießt man Tomaten am besten – wenn man sie nicht gerade als Snack nascht wie Popcorn?


Während einer Drehpause habe ich mich zu einem Mittagessen ins Le Saint Hubert verdrückt: Ein Berg geviertelter Fleischtomaten – und das ist nur eine der zahllosen Varianten, die wir auf dem Markt gesehen haben – mit einem tropfenförmigen Ziegenkäse oben drauf, beträufelt mit Balsamico aus dem nahe gelegenen Roussillon und Olivenöl aus Les Baux-de-Provence. Eigentlich heißt es, nur Eigenbrötler essen allein, und normalerweise stimme ich dem zu, aber angesichts eines Salats mit solcher Persönlichkeit und Präsenz kann man auch schon mal auf menschliche Gesellschaft verzichten.

Körbe

Ich habe so den leisen Verdacht, dass die erste Anschaffung, die man tätigt, wenn man in die Provence zieht, ein Weidenkorb ist. Es ist ein Zeichen dafür, dass man sich in diesem sonnigen Paradies niedergelassen hat, dass man gekommen ist, um zu bleiben, und willens und entschlossen ist, sich mit reichlich frischen Produkten einzudecken, um diese chez soi (bei sich zu Hause) en plein air (im Freien) zu genießen (wer an dieser Stelle glaubt, zwischen den Zeilen ein wenig Neid herauszulesen, liegt übrigens ganz richtig). Wenn man also auf den marché (den Markt) geht, sollte man einen treuen Begleiter an seiner Seite haben: einen typisch provenzalischen Weidenkorb, dessen bauchige Form reichlich Platz bietet für allerlei Schätze. Wenn du keinen solchen Korb hast für deinen Besuch auf dem Markt an diesem Wochenende, mach es wie die Franzosen und bring alternativ eine wiederverwendbare Einkaufstasche mit.

Hotel Le Saint Hubert

In den 150 Jahren seines Bestehens hat das Gebäude mit der pastellfarbenen Fassade schon einen Ballsaal, ein Postamt und in den 1980er Jahren das berühmteste Restaurant im Luberon beherbergt. Heute befindet sich dort das Le Saint Hubert, eine Bar mit Restaurant unter der Leitung der beiden Köche Lise Kvan und Eric Montéléon. Das Saint Hubert besticht mit seiner Panorama-Terrasse, auf der es sich ganz vorzüglich speisen lässt, und dem Retro-Charme der Bar mit ihren Ledersesseln und den restaurierten geometrischen Steinfliesen, die bei den von Lise und Eric beauftragten Renovierungsarbeiten zum Vorschein kamen. Man kann dort frühstücken, zu Mittag essen und am Abend bei einem Getränk gemütlich das beschauliche Dorfleben an sich vorbeiziehen lassen. Das Saint Hubert ist unter anderem beliebter Treffpunkt von Einheimischen, die sich abends auf dem Heimweg noch einen Absacker genehmigen, und Touristen, die sich Erics Mittagsmenü schmecken lassen – das Omelette ist das beste, das ich je gekostet habe, saftig und dabei unglaublich locker – aber auch der einstige Besitzer schaut gerne mal auf einen Kaffee vorbei. In Kürze wird das Saint Hubert auch wieder Zimmer vermieten, jedes einzelne mit Persönlichkeit und Postkartenaussicht.

Aprikosen

Ich war nie ein großer Fan von Aprikosen – mir sind sie immer vorgekommen wie kleinere, weniger saftige Ausgaben von Pfirsichen: bis ich auf dem Bauernmarkt in eine reife, süße und unglaublich saftige Frucht gebissen habe. Die lokale Sorte „Rose de Provence“ verdankt ihren Namen der Rosafärbung ihrer Schale. Sie schmeckt frisch ebenso gut wie als Fruchtaufstrich auf Baguette oder als köstlicher Tarte-Belag.

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